Energie sparen beim Kühlschrank

Energie sparen

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Kaum ein anderes Gerät im Haushalt kann derart zum Energiesparen anregen wie der Kühlschrank und andere Kühl- und Gefriergeräte. Und dies, obwohl hier lediglich Strom verbraucht wird, also - außer bei den Topgeräten mit Wasserspender - kein Wasser benötigt wird. Das Sparpotential begründet sich vor allem darauf, dass der Kühlschrank rund um die Uhr in Betrieb ist. Entsprechend haben Anschaffung eines sparsamen Geräts und die optimale Nutzung und Bedienung nachhaltigen Effekt. Ganz einfach kann man sich dies damit vor Augen führen, dass auch ein extrem sparsamer Kühlschrank zum Energiefresser wird, wenn man zum Beispiel die Tür offen lässt. Dann kühlt man nicht nur die Nahrungsmittel, sondern gleich die ganze Küche.
Wichtiger, als die reinen Verbrauchswerte, ist bei der Anschaffung das optimale Gerät. Die Größe des Kühlschranks sollte ausgenutzt werden. Generell ist es dabei sinnvoller, eher ein etwas größeres Gerät zu wählen, als ein kleineres. Wie groß der optimale Kühlschrank sein soll, lässt sich anhand von Erfahrungswerten anderer Haushalte herausfinden.
Meistens kommen Single-Haushalte mit einem Kühlschrank in Normalgröße plus zusätzlichem Eisfach (mindestens 3 Sterne) aus. Wer viel tiefgefrorene Fertigprodukte nutzt, sollte eher auf einen zusätzlichen Gefrierschrank setzen. In diesem Fall kann man den Stromverbrauch des Kühlschranks gering(er) halten, wenn man einen Kühlschrank ohne Gefrierfach wählt.
Im Mehrpersonen-Haushalt (zwei bis vier Personen) ist eine Kombination aus Kühlschrank, ggf. höher als 85 cm, und Gefrierschrank sinnvoll. Bei Großfamilien, wenn auch viel eingefroren wird und entsprechend Platz vorhanden ist, bietet sich die dreifache Kombination an: Kühlschrank in der Küche, Gefrierschrank in der Küche oder im Abstellraum, Truhe im Abstellraum oder im Keller. Diese Dreigeräte-Variante kann allerdings auch für kleinere Haushalte sinnvoll sein.
Anhand dieses Modells lässt sich die optimale Nutzung verdeutlichen: Der Kühlschrank in der Küche ist vor allem für den täglichen Bedarf geeignet, wird also meist mehrfach am Tag geöffnet. Die Temperatur sollte dauerhaft bei 7 bis 8 Grad Celsius liegen. Zwar wird der Temperaturbereich für Kühlschränke oft mit 2 bis 8 Grad angegeben, doch reichen 8 Grad auch aus. Jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch dauerhaft um etwa zehn Prozent. Der Gefrierschrank soll die tiefgefrorenen Nahrungsmittel beherbergen, die in der Regel einmal am Tag herausgeholt werden. Die Gefriertruhe dagegen wird noch seltener geöffnet. Hier lagern Dauerprodukte und ab und zu wird der Gefrierschrank von der Truhe aus aufgefüllt. Da das Volumen des Gefrierschranks deutlich kleiner ist als bei Truhen und die einzelnen Fächer in der Regel mit eigenen Klappen versehen sind, geht hier beim Öffnen meist weniger Kälte verloren.
Die optimale Nutzung verlangt auch nach der richtigen Bedienung. Hier ist dann auch das pädagogische Konzept einer Familie gefragt. Gerade bei der Nutzung von Kühlgeräten lassen sich Kinder an den verantwortungsbewußten Umgang mit Energie heranführen. Wenig sinnvoll ist die Gefriertruhe am Hinterausgang des Hauses, in der zu oberst die Packungen mit Speiseeis am Stil liegen. Und im Sommer holt sich dann jedes der Kinder nacheinander ein Eis raus - auf diese Weise wird sehr viel Energie verbraucht. Dafür wäre dann sogar ein Eisfach im Kühlschrank sinnvoller.
Nachdem die optimale Geräteauswahl bei der Anschaffung geklärt ist, sollte noch auf den Energieverbrauch unterschiedlicher Geräte geachtet werden. Der aufgeklärte Kunde orientiert sich dabei sowohl an den Energieklassen A++, A+, A bis G, als auch an dem tatsächlich angegebenen Stromverbrauch. Eine Vergleichszahl besagt, dass ein Gerät der Klasse A 30 Prozent mehr Strom verbraucht, als ein vergleichbares Gerät der Klasse A++. Allerdings sind die Energieklassen auf die jeweilige Gerätegröße bezogen. Ein Gerät der Klasse A+ kann durchaus sparsamer sein, als ein anderes Gerät mit der Einstufung A++, weil es kleiner ist und zum Beispiel auf das Eisfach verzichtet.
Ein alter Hut ist zum Glück inzwischen der Tipp, dass Kühlschränke nicht in die Nähe Wärme produzierender Geräte gehören und zwischen Rückwand und Küchenwand möglichst viel Luft sein sollte. Kühlschränke und Gefriergeräte gehören also nicht neben den Herd, an die Heizkörper oder gar in den Heizungskeller. Wer den Kühlschrank nur fünf Zentimeter von der Wand rückt, kann mit einem Stromzähler bereits innerhalb von 24 Stunden deutlich geringere Werte feststellen. Dies sollte vor allem bei Einbauküchen beachtet werden. Da gilt es, eine Luftzirkulation von unten nach oben hinter dem Gerät zu ermöglichen.
Energie lässt sich des Weiteren mit vielen Kleinigkeiten sparen:
- Nur kalte Speisen in den Kühl-/Gefrierschrank stellen.
- Tiefkühlkost im Kühlschrank auftauen lassen, was auch bei vielen Nahrungsmitteln besser ist.
- Kühltasche zum Einkaufen mitnehmen, ggf. sogar Kühlpacks aus dem Tiefkühlschrank nutzen.
- Ordnung in den Kühlgeräten verkürzt die Zugriffszeiten. Wer selber einfriert, sollte die Gefriertüten gut beschriften und nach Bereichen wie Fleisch, Gemüse, Obst usw. sortieren.
- Regelmäßig die Türdichtungen säubern, auf Dichtheit prüfen und ggf, austauschen.
- Vollständiges Ausnutzen des Rauminhalts: Je voller, desto sparsamer. Lieber ein paar Getränkeflaschen, Tetrapacks oder gar Bücher hinzufügen, als einen halbvollen Kühlschrank mit Strom versorgen. Je mehr Inhalt die Kälte speichert, desto geringer der Kälteverlust beim Öffnen. Verpackte Nahrung und verschlossene Behälter sparen auf gleiche Weise Strom.
- Ist der Kühlschrank zu klein geworden, nicht einen Zweiten gleicher Größe dazukaufen, sondern besser gleich einen Größeren. Ein großes Gerät ist in der Regel sparsamer, als zwei kleine Geräte. Allerdings sollte man den kleinen Kühlschrank nicht unbedingt gleich wegwerfen. Er könnte zum Beispiel im Sommer neben der Truhe im Keller für kühle Getränke sorgen, selbst, wenn er nicht angeschlossen ist. Wenn sich nach ein paar Jahren zeigt, dass das alte Gerät wirklich nicht mehr gebraucht wird, kann es immer noch fachgerecht entsorgt werden. Auch ein hochmoderner Kühlschrank der Energieklasse A++ verbraucht bei der Herstellung viel Energie. Wer Kühlschränke für die gelegentliche Nutzung aufbewahrt, sollte sie gründlich reinigen.

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